H2-Transport
Wie funktioniert das zukünftige Wasserstoffsystem?
Unter Verwendung von grünem Strom aus erneuerbaren Energien kann in Elektrolyseuren grüner Wasserstoff als speicherfähiger Energieträger hergestellt werden. Bei der Power-to-Gas-Technologie wird Wasserstoff mittels Gasleitungen zu den Verbrauchern wie z. B. den Industrieunternehmen oder (Heiz-) Kraftwerken transportiert. Um saisonale Schwankungen in der Erzeugung und im Verbrauch (Sommer/Winter) auszugleichen, sind Speicher an das Gassystem angeschlossen, die große Mengen Wasserstoff aufnehmen und wieder abgeben können.
Was ist anders
beim Transport
von H2?
Grundsätzlich handelt es sich sowohl bei Methan als auch bei Wasserstoff um gasförmige Energieträger. Die physikalischen Unterschiede von Wasserstoff und Methan sind aber vielfältig. Von besonderer Relevanz im Hinblick auf die netztechnische Auslegung und Fahrweisen sind folgende Eigenschaften:
- die wesentlich geringere Dichte von Wasserstoff (etwa Faktor 8)
- der niedrigere Energieinhalt (pro Volumen, Faktor 3,6)
- die niedrigere Viskosität
- der Kompressionsfaktor >1
Um etwa den gleichen Energieinhalt zu transportieren, muss also die Strömungsgeschwindigkeit von Wasserstoff um das ca. 3-fache erhöht werden. Dies stellt aufgrund der niedrigeren inneren Reibung des Gases (Viskosität) allerdings kein Problem dar.
Für Gasspeicher bedeutet dies, dass höhere Speicherdrücke realisiert werden müssen, was aufgrund des hohen Kompressionsfaktors mit steigendem Druck energetisch aufwendiger wird. Aufgrund der geringeren Dichte bzw. kleineren Moleküle besitzt Wasserstoff eine höhere Durchdringungsfähigkeit (gesteigerte Permeation) was eine detaillierte Untersuchung der Dichtungen bzw. Verbindungen nach sich zieht.
Allerdings ist der Transport von Wasserstoff über Leitungen eine bereits jahrzehntelang erprobte Technologie. In Deutschland und vielen anderen Ländern gibt es seit Jahrzehnten privatwirtschaftliche Wasserstoffnetze, die fachlich überwacht und sicher betrieben werden. Somit werden kontinuierlich alle möglichen Gefahren auf ein Minimum reduziert.
Leitungs-
umstellung
Methan auf
Wasserstoff
Unsere Gasleitungen aus Stahl haben entscheidene Vorteile: Sie sind bereits vorhanden und können in den meisten Fällen auf H2 umgestellt werden. Das spart Zeit und Geld.
Schon heute bereiten wir uns auf einen nachhaltigen, leitungsgebundenen Transport klimaneutraler Gase, insbesondere Wasserstoff, vor: In unserem Wasserstoff-Pilotprojekt TH2ECO untersuchen wir die Umstellung einer 42 km langen Gasleitung unseres Bestandsnetzes auf 100 % Wasserstoff.
Gasleitungen können prinzipiell nach folgendem Schema umgestellt werden:

1. SCHRITT:
DOKUMENTATIONSPRÜFUNG
Die Unterlagen des Betreibers über die Errichtung und den Betrieb der Gasleitung, einschließlich aller Änderungen, müssen auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit den zum Zeitpunkt der Umstellung geltenden technischen Regeln geprüft werden.

2. SCHRITT:
LEITUNGSINSPEKTION
Grundvoraussetzung für die Wasserstoffumstellung ist die technische Eignung des Systems. Neben verschiedensten Laboranalysen wird die Leitung mit einem Inspektionsgerät, dem sog. Molch, untersucht. Dieser bewegt sich ähnlich einer Rohrpost mit dem Gasstrom und tastet dabei mit verschiedensten Sensoren das Rohr ab.

3. SCHRITT:
TECHNISCHE ANPASSUNG
Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird die Gasleitung entsprechend der technischen Anforderungen für Wasserstoff angepasst. Dazu werden punktuell Rohrleitungsteile ausgetauscht und Armaturenstationen sowie Anschlusspunkte für Ein- und Ausspeisungen neu gebaut.

4. SCHRITT:
BEHÖRDLICHE GENEHMIGUNG
Nach erfolgreichem Abschluss aller Untersuchungen und Anpassungen wird durch einen Sachverständigen die Leitungsintegrität mit einer gutachterlichen Äußerung bestätigt. Anschließend wird die Umstellung auf Wasserstoff bei der zuständigen Behörde angezeigt und von dieser freigegeben. Der Transport von Wasserstoff kann beginnen.
Impressionen von unseren Leitungsumstellungen (für eine größere Ansicht der Fotos bitte klicken)
Wasserstoff-Kernnetz |
Hydrogen Core Network
Kapazitätsreservierungen ab 19.03.2026
Für Anfang 2026 haben europäische Netzbetreiber erste User Commitment Prozesse zur Vermarktung von Wasserstoffkapazitäten angekündigt. Parallel dazu werden die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber in Deutschland ebenfalls die Vermarktung entsprechender Kapazitäten starten. Mit dem vorliegenden Informationspaket stellen die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber dem Markt detaillierte Informationen zu dem anstehenden Prozess bereit. Um dem wachsenden Wasserstoffmarkt, dem Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes und den Importkorridoren mehr Sicherheit zu geben, werden die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber ab dem 19.03.2026 erstmals die Reservierung von Wasserstoffkapazitäten anbieten. Damit wird es möglich sein, die für ein Liefergeschäft notwendigen Ein- und Ausspeisekapazitäten zu sichern. Dies ermöglicht den Marktteilnehmenden eine zusätzliche Absicherung für die Wasserstoff-Projektentwicklung. Der detaillierte Ablauf bis zum Abschluss eines Reservierungsvertrags sowie die Höhe der reservierbaren Kapazitäten werden nachfolgend erläutert.
Capacity reservations from March 19, 2026
European network operators have announced initial user commitment processes for marketing hydrogen capacities at the beginning of 2026. At the same time, hydrogen core network operators in Germany will also start marketing corresponding capacities. With this information package, the hydrogen core network operators are providing the market with detailed information on the upcoming process. In order to provide greater security for the growing hydrogen market, the development of the hydrogen core network, and the import corridors, the hydrogen core network operators will offer hydrogen capacity reservations for the first time from March 19, 2026. This will make it possible to secure the entry and exit capacities required for a supply transaction. This provides market participants with additional security for hydrogen project development. The detailed procedure for concluding a reservation agreement and the amount of reservable capacity are explained below.
IHR KONTAKT ZU UNS
Ansprechpartner Team Marktkommunikation/ Kapazitätsvermarktung netzwirtschaft@ferngas.de





